VVN-BdA Bochum

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
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Artikel der Kategorie ‘Faschismus’

Bochum im Faschismus – Stadtrundgang

April 26, 2017 Von: Michael Niggemann Kategorie: Faschismus, Stadtrundgang, Termine Kommentare deaktiviert für Bochum im Faschismus – Stadtrundgang

7. Mai 2017
14:00bis16:15
NSDAP-Aufmarsch auf dem heutigen Imbuschplatz

NSDAP-Aufmarsch auf dem heutigen Imbuschplatz

Dieser Stadtrundgang informiert über wichtige historische Fakten aus der Zeit, als Bochum braun war.

Wie hat 1933 alles angefangen? Wie sah Bochum 12 Jahre später aus?

An etlichen Orten in der Innenstadt, die an „damals“ erinnern, wird ein Einblick gegeben, was Alltag unterm „Hakenkreuz“ konkret für die Menschen in Bochum bedeutete. Wer freute sich über die neuen politischen Herren? Wer hatte zu leiden?

An Gebäuden, Straßen, Plätzen der Innenstadt wird gezeigt, wie der Faschismus in Bochum von 1933 bis 1945 aussah, auf welche Ablehnung, Widerstand oder Akzeptanz er in Bochum stieß, wie die Bochumer Bevölkerung auf die Entrechtlichung, Verfolgung und Vernichtung jüdischer Bochumer, auf Bücherverbrennungen, Verhaftung und Ermordung von Widerstandskämpfern reagierte.

Einige Stolpersteine auf dem Rundgang erinnern an das Schicksal jüdischer und nichtjüdischer Bochumer. Gerade auch vor dem aktuellen Hintergrund rassistischer Großdemonstrationen in manchen Teilen des Landes soll dieser Stadtrundgang zum Nachdenken anregen.

Es geht los am Sonntag, 7. Mai 2016, um 14.00 Uhr an der Glocke am Rathausplatz.

Der Stadtrundgang dauert ungefähr 2 ¼ Stunden.

Eine Anmeldung bei der VHS unter folgenden link: https://vhs.bochum.de/index.php?id=22&kathaupt=11&knr=T12005&katid=433 ist wünschenswert.

Die VHS erhebt einen Unkostenbeitrag von 5.00 Euro, erm. 3,00 Euro.

Alle Räder rollen für den Sieg – Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft in Bochum

April 10, 2016 Von: Wolfgang Dominik Kategorie: Allgemein, Ankündigung, Arbeiterbewegung, Faschismus, Kapitalismus, Krieg, Rundgang, Stadtrundgang, Stolperstein, Termine, Zwangsarbeit Kommentare deaktiviert für Alle Räder rollen für den Sieg – Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft in Bochum

12. Juni 2016
14:00bis16:15

Ein Rundgang durch die Vergangenheit, die nicht vergeht

 Vor 80 Jahren wurde der Bochumer Verein als „nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet. Dieser Musterbetrieb war einer der größten Waffenproduzenten des faschistischen Deutschland. Aber auch in anderen Bochumer Betrieben wurden spätestens mit Beginn des 2. Weltkriegs kriegswichtige Produkte hergestellt. Im Verlauf des Krieges wurde diese Kriegsproduktion  nur noch mit dem Einsatz von Tausenden von ZwangsarbeiterInnen aufrecht erhalten. Wer waren diese auf dem Höhepunkt 32.000 Männer und Frauen, oft Kinder und Jugendliche, die in Bochum oft im wahrsten Sinne des Wortes mörderische Zwangsarbeit leisten mussten? Wie lebten und starben sie in Bochum? Wie verhielt sich die Bochumer Bevölkerung? Bei einem Rundgang durch den Stadtteil Stahlhausen und den heutigen Westpark soll am Beispiel des Bochumer Vereins ein Eindruck von Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit vermittelt werden. An einigen Stolpersteinen soll außerdem an den Mord an die ehemals dort lebenden Bochumer Bürger erinnert werden.

Der Rundgang beginnt am Sonntag, den 12.6.2016 um 14.00 Uhr am Gewerkschaftshaus (Jahrhunderthaus), Alleestr. 80,  und dauert bis ca. 16.15 Uhr.

Anmeldungen  bei der VHS Bochum erwünscht: Tel. 0234/9101555. Unkostenbeitrag 5 Euro. erm. 3 Euro.

Experten der Vernichtung

März 01, 2016 Von: Michael Niggemann Kategorie: Ankündigung, Antifaschismus, Faschismus, Geschichte, Nationalsozialismus, Termine, Vortrag Kommentare deaktiviert für Experten der Vernichtung

22. März 2016
19:00bis21:00

Voraussetzungen und Praktiken für den faschistischen Völkermord

Hiermit laden wir ein zu einem ganz besonderen Vortrag mit Frau Dr. Sara Berger, Rom

Sara Berger

Dienstag, 22. März 2016, 19:00, Restaurant Leonidas, Annastr. 25 , 44793 Bochum (Nähe Springerplatz)

In den Vernichtungslagern der „Aktion Reinhard“ (Belzec, Sobibor, und Treblinka) wurden über anderthalb Millionen Juden, insbesondere aus Polen, aber auch aus anderen Ländern, mit Motorabgasen ermordet. Unter den Opfern waren auch über Hundert Bochumer und Bochumerinnen. Als besondere Experten für den Massenmord agierte eine Gruppe von 120 Männern, die zuvor in den Jahren 1940 und 1941 an der systematischen Ermordung von mehr als 70.000 Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten („Euthanasie“ – Aktion T4) beteiligt waren.

Im Vortrag soll ausgeführt werden, wie diese Tätergruppe, hier zur Abgrenzung der Konzentrationslager-SS als „T4-Reinhard-Netzwerk“ bezeichnet, in den drei Vernichtungslagern die Ermordung der Juden geplant und durchgeführt hat. Dabei werden auch die kollektive Biografie dieser Gruppe und ihre Beweggründe für eine Teilnahme am faschistischen Massenmord diskutiert werden, bevor abschließend auf die juristische Aufarbeitung in der alten Bundesrepublik eingegangen wird.

Dr. Sara Berger stammt aus Bochum, sie studierte Geschichte, Soziologie, Sozialpsychologie und Italienische Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Verfasserin u.a. von Experten der Vernichtung. Das T4-Reinhard-Netzwerk in den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka (Hamburg 2013). In der Fondazione Museo della Shoah in Rom koordinierte sie die Ausstellungen über die antijüdische Gesetzgebung in Italien, über Auschwitz-Birkenau (2010), über die nationalsozialistischen Ghettos in Polen (2012), über die Razzia des 16. Oktobers 1943 in Rom (2013) und über die Befreiung der nationalsozialistischen Lager (2015). Ihre Dissertation „Experten der Vernichtung“ wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Unterstützer: BoFo (Bochumer Forum für Antirassismus und für Kultur – BoFo e.V.)

                          BgR (Bochumer Bündnis gegen Rechts)

„Bündnis, nicht Parteiersatz“ (junge Welt vom 8.2.2016)

Februar 09, 2016 Von: Michael Niggemann Kategorie: Allgemein, Antifaschismus, Artikel, Bericht, Faschismus, Kapitalismus Kommentare deaktiviert für „Bündnis, nicht Parteiersatz“ (junge Welt vom 8.2.2016)

Zum Charakter der VVN-BdA

In einem Aufsatz mit der Überschrift „Bündnis, nicht Parteiersatz – Zum Charakter einer antifaschistischen Organisation“ hat der Bundessprecher der VVN-BdA und Generalsekretär der FIR (Internationale Föderation der Widerstandskämpfer), Dr. Ulrich Schneider, zur Geschichte, den Zielen und aktuellen Aufgaben antifaschistischer Organisationen und der VVN-BdA geschrieben und diese benannt. Wir dokumentieren diesen Aufsatz.

http://www.jungewelt.de/2016/02-08/050.php?sstr=b%C3%BCndnis%7Ckein%7CParteiersatz

„Stolperstein-Paten berichten“
Die Präsentation fand am 2. Dezember im Stadtarchiv statt.

Dezember 04, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Antifaschismus, Faschismus, Präsentation, Stolperstein Kommentare deaktiviert für „Stolperstein-Paten berichten“
Die Präsentation fand am 2. Dezember im Stadtarchiv statt.

Nachdem die VVN-BdA im Jahre 2014 einen Stolperstein für den Sozialdemokraten Heinrich Schmitz gestiftet hat, folgte in diesem Jahr der kommunistische Widerstandskämpfer Karl Rostek, der ebenfalls Opfer des faschistischen Terrors wurde.

Michael Niggemann präsentiert den Stolperstein

Michael Niggemann präsentiert den Stolperstein der VVN

Der Stolperstein wurde am
2. Dezember 2015 vor dem Haus
Bessemer Str. 19, der letzten Wohnung von Karl Rostek in Bochum, von dem
Kölner Künstler Gunter Demnig
verlegt.
Zusammengestellt wurde die
Präsentation von Günter Gleising
nach Unterlagen des Stadtarchivs
Bochum, des Presse- und
Informationsamtes und des RuhrEcho Archivs.
Für jeden Stolperstein besteht eine
Patenschaft. Es sind Schüler, an
Geschichte interessierte
Privatpersonen und Organisationen, die das Schicksal der Opfer erforschen und Informationen zusammengetragen haben.

Die Veranstaltung „Stolperstein-Paten berichten“ fand am Mittwoch, den 2. Dezember 2015,
ab 17:30 Uhr im Bochumer Stadtarchiv statt. Weil Günter Gleising an diesem Tag durch die Teilnahme an einer Sitzung verhindert war, übernahm Michael Niggemann die Präsentation des Stolpersteines der VVN-BdA Bochum für Karl Rostek  im Stadtarchiv.

Fotos von der Präsentation am 2. Dezember 2015

Dezember 04, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Bildergalerie, Faschismus, Präsentation, Stolperstein Kommentare deaktiviert für Fotos von der Präsentation am 2. Dezember 2015

Ein Stolperstein für Karl Rostek

November 26, 2015 Von: Guenter Gleising Kategorie: Antifaschismus, Arbeiterbewegung, Faschismus, Stolperstein Kommentare deaktiviert für Ein Stolperstein für Karl Rostek

Künstler Gunter Demnig verlegte gestern 20 weitere Stolpersteine in Bochum.  Die VVN-BdA hat in
diesem Jahr einen Stolperstein zum Gedenken an Karl Rostek gestiftet.

Gunter Demnig bei der Stolpersteinverlegung am 25.11.

Gunter Demnig bei der Stolpersteinverlegung am 25.11.

Sie erinnert an den Widerstands-
kämpfer gegen den Faschismus, der
1944 bei der Bergung eines
Blindgängers im Hydrierwerk in
Gelsenkirchen umgekommen ist:
Karl Rostek wurde am 10. Februar
1894 in Bochum von Karoline Rostek
geboren. Nach dem Ende der
Volksschule wurde er Heizer,
vermutlich beim Bochumer Verein.

Als Karl 20 Jahre alt war begann der
1. Weltkrieg. Für ihn war damit auch
die Jugendzeit beendet. Wir wissen
nicht, wo er im Krieg war. Aber schon bald nach seiner Rückkehr zog er aus seinen Kriegserfahrungen eine Schlussfolgerung, er trat der KPD bei.

Am 24. Dezember 1919 heiratete Karl Rostek Maria Bauer aus dem bergischen Vohwinkel, sie wohnten schon bald in der Bessemer Str. 19. Zwischen dem Moltke-Markt und den Werkshallen des Bochumer Vereins lag das Wohnhaus im Bochumer Arbeiterzentrum, das im Volksmund auch
„Blaubuchsen-Viertel“ genannt wurde. Das politische und soziale Zentrum der Bochumer
Arbeiterbewegung war der Moltke-Markt und die angrenzenden Wohngebiete. Hier spielte sich das Leben ab. Beliebt waren die Märkte und Geschäfte, die Gaststätten, die Plätze der „Eckensteher“, die Spielplätze der vielen Kinder. Hier fanden Demonstrationen und Kundgebungen der
Gewerkschaften und Arbeiterparteien statt. In Zeiten von Wahlen und am 1. Mai hingen aus vielen Fenstern rote Fahnen und Transparente.
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Stolpersteinverlegung für Karl Rostek
durch den Kölner Künstler Gunter Demnig

November 26, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Antifaschismus, Bildergalerie, Faschismus, Stolperstein Kommentare deaktiviert für Stolpersteinverlegung für Karl Rostek
durch den Kölner Künstler Gunter Demnig

Antifaschismus als Aufgabe
Buch der Kinder des Widerstandes erschienen

November 03, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Broschüre, Faschismus, Verfolgung, Widerstand Kommentare deaktiviert für Antifaschismus als Aufgabe
Buch der Kinder des Widerstandes erschienen

Acht Kinder von Verfolgten des Naziregimes und Widerstandskämpfer/innen, melden sich zu Wort und erzählen die Geschichte ihrer Eltern. Die Schrift „Kinder des Widerstandes“ – beschrieben im Vorwort von Florence Hervé – ist nunmehr lieferbar.

Dem Widerstand ein Gesicht geben

Dem Widerstand ein Gesicht geben

Kinder des Widerstands: Dem Widerstand ein Gesicht geben acht Kinder von Verfolgten des Naziregimes und WiderstandskämpferInnen, melden sich zu Wort und
erzählen die Geschichte ihrer Eltern.
Sie kommen aus kommunistischen, zwei aus jüdischen Familien. Sie sind Nachkriegskinder, haben die Nazizeit und den Widerstand der Eltern nicht unmittelbar
miterlebt, und wenn, versteckt oder im Kinderheim.

Sie haben allerdings erlebt, wie die westdeutsche
Nachkriegsjustiz die Verfolgung der Naziverbrecher nur widerwillig und nachlässig betrieb. Sie haben die
Konflikte der Eltern mit der Adenauer-Justiz in den
Zeiten des Kalten Kriegs (Inge Trambowsky) erfahren: Hausdurchsuchungen, die Nicht-Anerkennung der
deutschen Staatsbürgerschaft, die Verweigerung eines
Passes. Manche wurden gar Opfer des sogenannten
Radikalenerlasses und mit Berufsverbot belegt.
Sie haben auch das Engagement der Eltern erlebt, damit nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg stattfindet. Sie haben viele Ereignisse mitbekommen, manchmal ohne zu begreifen (Christa Broecher), und von den Eltern vermittelt bekommen: „Man muss sich einmischen“ (Margret Rest).

Viele der „Kinder“ haben sich auch selber gegen Wiederaufrüstung für Frieden engagiert, waren bei den Protesten gegen Nazis, bei Ostermärschen, beim „Kampf dem Atomtod“ dabei.
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77. Jahrestag der Reichspogromnacht
am 9. November 2015

Oktober 31, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Faschismus, Gedenken, Juden, Terror Kommentare deaktiviert für 77. Jahrestag der Reichspogromnacht
am 9. November 2015

Am Montag, den 9. November findet 17:00 Uhr an der Ecke Harmoniestraße / Dr. Ruer-Platz die Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht statt. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht in
diesem Jahr die Erinnerung an den 80. Jahrestag der Verabschiedung der „Nürnberger
Rassengesetze“ und an den 70. Jahrestag der Neugründung der Jüdischen Gemeinde in Bochum.

Gedenkveranstaltung am 9. November

Gedenkveranstaltung am 9. November

Im Einladungsflyer heißt es: „Mit der Verabschiedung
der „Nürnberger Gesetze“ im September 1935
institutionalisierten die Nationalsozialisten ihre
antisemitische Ideologie und stempelten jüdische
Mitbürger zu Menschen minderen Rechts. Mehr als
6 Millionen Juden wurden zwischen 1933 und 1945
ermordet.

Nur wenige Menschen jüdischen Glaubens überlebten.
Sie standen nach der Befreiung aus den Gefängnissen
und Konzentrationslagern, nach der ständigen
Todesangst, nach Folter und Zwangsarbeit vor den
existenziellen Fragen ihres zukünftigen Lebens. Neben
der Suche nach dem Verbleib von Familienmitgliedern
war es vor allem die Entscheidung, wo sie selber in
Zukunft leben wollten. Sollte es das Land der Täter sein,
die für ihre Enteignung, Inhaftierung, Deportation und Ermordung verantwortlich waren?

Unter den jüdischen Überlebenden war es sehr
umstritten, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Nur wenige entschieden sich dafür, wieder in Bochum zu leben und gründeten im Dezember 1945 die neue jüdische Gemeinde. Diese neue Gemeinde hatte mit der alten jüdischen Gemeinde, deren Mitglieder sich ja meist selbstbewusst als Deutsche jüdischen Glaubens gesehen hatten, wenig zu tun. Im Zentrum standen die jüdischen Partner aus sog. Mischehen bzw. deren Kinder“ (vgl. Dr. Hubert Schneider, „Leben nach dem Überleben – Juden in Bochum nach 1945“, Seite 12, 2014)

Auszubildende von Opel schlagen einen Bogen von der Verabschiedung der „Nürnberger Gesetze“ bis zur Neugründung der Jüdischen Gemeinde. Die Gedenkveranstaltung wird von der Cellistin Christiane Conradt musikalisch begleitet.

Der Einladungsflyer mit Hinwiesen auf die Veranstaltungen
rund um den 9. November

Am Beispiel Ottilie Schoenewalds:
Jüdisches Leben vor, während und nach dem Faschismus in Bochum

Oktober 31, 2015 Von: Wolfgang Dominik Kategorie: Faschismus, Juden, Stadtrundgang, Termine, Terror Kommentare deaktiviert für Am Beispiel Ottilie Schoenewalds:
Jüdisches Leben vor, während und nach dem Faschismus in Bochum

8. November 2015
14:00bis16:15

Im Rahmenprogramm des 77. Jahrestages der Reichspogromnacht bietet die VHS einen Stadtrundgang zum jüdischen Leben in Bochum an.

Ottile Schoenewald, geb. 1883

Ottile Schoenewald, geb. 1883

Der Stadtrundgang wird an einigen Orten, Straßen, Gebäuden, Plätzen und Stolpersteine verdeutlichen, wie Diskriminierung, Verfolgung, Flucht oder Deportation und Ermordung jüdischer Bochumer abgelaufen ist. Dabei wird den Fragen nachgegangen, was die Mehrheitsgesellschaft in Bochum vom Schicksal ihrer Mitbürger*innen wusste, welche politischen und religiösen Vorurteile an den antisemitischen Maßnahmen mitgewirkt haben und warum es so wenig Widerstand gegen den staatlichen Terror an jüdischen Menschen gab. Bochum war überall! Insofern lässt sich die Bochumer Geschichte verallgemeinern. So weit Spuren vorhanden, wird eine bemerkenswerte Bochumerin, Ottilie Schoenewald, dargestellt werden.

Der Stadtrundgang wird von Wolfgang Dominik geleitet.

Termin: Sonntag, 8. November 2015, 14:00 bis ca. 16:15 Uhr.
Treffpunkt: Glocke auf dem Rathausplatz.

Die VHS bittet um Voranmeldung unter der Tel.-Nr. 0234 / 9101555
und erhebt eine Teilnahmegebühr von 5,– Euro, erm. 3,– Euro

Bochum im Faschismus (Stadtrundgang)

Oktober 06, 2015 Von: Wolfgang Dominik Kategorie: Faschismus, Juden, Sinti und Roma, Stadtrundgang, Termine Kommentare deaktiviert für Bochum im Faschismus (Stadtrundgang)

25. Oktober 2015
14:00bis16:15

An zahlreichen Orten in der Innenstadt weisen Gebäude, Stolpersteine,
Gedenktafeln, Namen von Straßen oder Plätzen auf Bochum im Faschismus hin.

NSDAP-Aufmarsch auf dem heutigen Imbuschplatz

NSDAP-Aufmarsch auf dem heutigen Imbuschplatz

Die VHS bietet am 25.10. wieder einen entsprechenden Stadtrundgang an. Es geht um die Frage, wie in Bochum die Übergabe der Macht an die Faschisten sich auswirkte, wie und wo
Massenaufmärsche stattfanden, wie
der Terror, Verfolgung und
Vernichtung der politischen Gegner
und der Bochumer Juden möglich war.

Es geht auch um die Frage, was die
Mehrheitsgesellschaft gewusst hat und
wie die Akzeptanz der faschistischen
Verbrechen in Bochum aussah.
Beim Rundgang durch die Innenstadt soll ein Einblick gegeben werden, was Alltag unterm „Hakenkreuz“ bedeutete. Und es geht natürlich um die Frage, wie zunehmende „Ausländerfeindlichkeit“ und neofaschistische Verbrechen heute in diesem Zusammenhang zu erklären sind.

Die VHS bittet um Voranmeldung unter der Tel. Nr. 0234/9101555
(Kurs-Nr. 12004) und erhebt einen Unkostenbeitrag von 5,– Euro, erm. 3,– Euro.

Treffpunkt am 25.10.2015 um 14.00 Uhr an der Glocke auf dem Rathausplatz.
Der Rundgang dauert bis ca. 16.15 Uhr.

Rede von Falk Mikosch
am Gedenktag für die Opfer des Faschismus
am 13. September auf dem Friedhof Freigrafendamm

September 13, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Antifaschismus, Faschismus, Gedenken, Rede Kommentare deaktiviert für Rede von Falk Mikosch
am Gedenktag für die Opfer des Faschismus
am 13. September auf dem Friedhof Freigrafendamm

In Bochum ist der zweite Septembersonntag in jedem Jahr das Datum des Gedenkens und
Erinnerns an die Opfer des Faschismus und der Würdigung des Widerstandes.
Auch in diesem Jahr rief die die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der
Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Kreisvereinigung Bochum, dazu auf, der
ermordeten Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und Krieg zu gedenken.

Falk Mikosch, Landessprecher der VVN-BdA NRW

Falk Mikosch, Landessprecher der VVN-BdA NRW

Die Ansprache auf der diesjährigen
Gedenkveranstaltung hielt Falk
Mikosch, Landessprecher der
VVN-BdA Nordrhein-Westfalen.

Zu Beginn seiner Rede warf Falk
folgende Fragen auf:
Warum sind Krieg und Faschismus
heute wieder eine Option?
Wie gedenken wir der ermordeten
Widerstandskämpfer am Besten?

„Der Westen, die alten kapitalistischen Metropolen USA / Europa / Japan,
werden gerade in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vom „Süden“, den Schwellen- und Entwicklungsländern, überholt“, so Falk Mikosch. „Würden die wirtschaftlichen Trends weiter anhalten, wäre es mit der Vormachtstellung des „alten Westens“ in 15 bis 20 Jahren endgültig vorbei. Der Süden wäre die globale Machtzentrale.“

„Heute ist das wirtschaftlich stärkste Land bereits China. Es hat die USA auf Platz zwei verdrängt. Unter den ersten 10 Ländern sind fünf Schwellenländer. Das Fazit dieser Entwicklung wäre: Der bisher dominante Westen wäre schon ab 2030 in der Position des underdogs.
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Bilder vom Gedenken der VVN-BdA
am Gedenktag für die Opfer des Faschismus

September 13, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Antifaschismus, Bildergalerie, Faschismus, Gedenken Kommentare deaktiviert für Bilder vom Gedenken der VVN-BdA
am Gedenktag für die Opfer des Faschismus

Ehrenbürgerschaft von Hindenburg?
Gemeinsame Ratsanfrage der Linksfraktion und der Sozialen Liste im Rat am 27.8.2015

August 26, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Ehrenbürger, Faschismus, Militarismus, Ratsanfrage Kommentare deaktiviert für Ehrenbürgerschaft von Hindenburg?
Gemeinsame Ratsanfrage der Linksfraktion und der Sozialen Liste im Rat am 27.8.2015

Zu dem Antrag der VVN-BdA auf Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Hindenburg durch den Rat der Stadt Bochum schrieb Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz in ihrem Antwortbrief:

Paul von Hindenburg

Reichspräsident Paul von Hindenburg

“Nach herrschender Rechtsmeinung besteht ein
Ehrenbürgerrecht nur zu Lebzeiten und erlischt mit
dem Tod des Ausgezeichneten. Eine formale
Aberkennung der Ehrenbürgerwürde ist nach dem
Tod daher nicht mehr möglich, weil sie dann faktisch nicht mehr besteht.”
Die Linksfraktion und die Soziale Liste haken auf der morgigen Ratssitzung mit einer Anfrage nach:

Gemeinsame Anfrage der Linksfraktion und der
Sozialen Liste im Rat zur Sitzung des Rates am
27.08.2015

Ehrenbürgerschaften in Bochum

Wir beziehen uns auf die Mitteilung (Nr. 20151083) Aberkennung der Ehrenbürgerwürde von Paul von
Hindenburg und stellen hierzu folgende Fragen:

1. Die Verwaltung schreibt, dass nach „allgemeiner
Rechtsauffassung“ das Ehrenbürgerrecht als
Persönlichkeitsrecht“ mit dem Tode erlischt. Wo und wie ist diese Rechtsauffassung festgelegt und definiert? In § 34 der GO „Ehrenbürgerrecht und Ehrenbezeichnung“ ist die Feststellung, dass nach dem Tode die Ehrenbürgerschaft oder Ehrenbezeichnung erlischt, nicht enthalten.
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Gedenktag für die Opfer des Faschismus Erinnerung an die ermordeten Widerstandskämpfer

August 25, 2015 Von: Guenter Gleising Kategorie: Antifaschismus, Faschismus, Gedenken, Termine Kommentare deaktiviert für Gedenktag für die Opfer des Faschismus Erinnerung an die ermordeten Widerstandskämpfer

13. September 2015
11:00

Auch in diesem Jahr ruft die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten auf, der ermordeten
Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und Krieg zu gedenken.

Gedenkstein der VVN-BdA auf dem Ehrenrundplatz

Gedenkstein der VVN-BdA auf dem Ehrenrundplatz

Die Kranzniederlegung und
Gedenkveranstaltung findet am
zweiten Sonntag im September statt,
dem traditionellen Gedenktag für die
Opfer des Faschismus, der 1946 von
Überlebenden der Konzentrationslager und Haftstätten ins Leben gerufen
wurde.
Auf dem Ehrenrundplatz, dem
Gedenkort, sind die Urnen von acht
Widerstandskämpfern gegen das Nazi-Regime bestattet, die in den Jahren
1943 bis 1945 hingerichtet wurden
oder im KZ umkamen.

Der „Gedenktag für die Opfer des Faschismus” war unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg die erste gesamtdeutsche Erinnerung für alle Opfer und Verfolgte der Nazidiktatur.
Nach einem WAZ-Bericht vom 14.9.1948 fand am Vormittag des 2. Sonntags im September 1948 die erste Gedenkfeier der Stadt Bochum für die Opfer des Faschismus auf dem Zentralfriedhof am Freigrafendamm statt.

Sonntag, den 13. September 2015, 11.00 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang des Friedhofes Freigrafendamm

Die Gedenkveranstaltung findet am Ehrenrundplatz und Denkmal auf dem Friedhof statt.
Es spricht: Falk Mikosch, Düsseldorf, Landessprecher der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen.

Die Presseinformation der VVN-BdA Bochum

Pressemitteilung der VVN-BdA Bochum
zu den Plänen, den Nordbahnhof abzureißen

August 22, 2015 Von: Wolfgang Dominik Kategorie: Deportation, Faschismus, Juden, Presseerklärung Kommentare deaktiviert für Pressemitteilung der VVN-BdA Bochum
zu den Plänen, den Nordbahnhof abzureißen

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten in Bochum spricht sich nachdrücklich für den Erhalt des Nordbahnhofs aus.

Symbol der VVN-BdA

Symbol der VVN-BdA

Historisch bedeutsame Zeugnisse der Stadt dürfen nicht
dem Abrisshammer ausgeliefert werden, sondern müssen
geschützt werden.

Der Nordbahnhof ist ein noch vorhandener Ort, von dem die Nazis die Transporte der Bochumer Jüdinnen und Juden in den Tod durchführten. Hier erfolgte z. B. durch den Zoll die Kontrolle über deren Vermögen, um sie danach ausrauben zu können. Der Nordbahnhof ist ein Zeugnis, an dem die Erinnerungsarbeit an den Faschismus und seine Opfer
erfolgen kann und wach gehalten werden muss.

Wir sprechen uns auch aus für das Anbringen
entsprechender Mahntafeln oder Stelen, die das tödliche
Schicksal zahlreicher Jüdinnen und Juden aus Bochum
dokumentieren.

Die Pressemitteilung der VVN-BdA Bochum

Den Nordbahnhof erhalten!
Online-Petition „Kein Abriss des alten Nordbahnhofs!“

August 22, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Deportation, Faschismus, Geschichte, Juden Kommentare deaktiviert für Den Nordbahnhof erhalten!
Online-Petition „Kein Abriss des alten Nordbahnhofs!“

Die Eigentümer der Bochumer Fiege-Brauerei haben den Antrag gestellt, dass der von ihnen vor 15 Jahren erworbene Nordbahnhof abgerissen werden darf. Hiergegen gibt es Widerstand, der u. a. auch von führenden Sozialdemokraten unterstützt wird.

Kein Abriss des alten Nordbahnhofs in Bochum!

Kein Abriss des alten Nordbahnhofs in Bochum! Online-Petition unterschreiben!

Jürgen und Hugo Fiege schreiben in einer Erklärung zum Widerstand gegen den Abriss: „Sämtliche Bemühungen und Überlegungen zu einer Wiederherstellung und Nutzung des bestehenden
Gebäudes haben sich als nicht tragbar erwiesen. Daher haben wir nun einen Abrissantrag gestellt. […] Seit Jahrzehnten setzt sich die Privatbrauerei Moritz Fiege aktiv und als zuverlässiger Partner für das Gemeinwohl der Stadt Bochum ein.” In der Tat gehören die beiden Brüder zu den
einflussreichsten und bestvernetzten Unternehmern in Bochum.
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Antifaschistischer Gefangenengang vom 10. Mai
Die Schwester von Hendricus Lamers schickte nun ein Foto

August 22, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Antifaschismus, Deportation, Faschismus, Rundgang Kommentare deaktiviert für Antifaschistischer Gefangenengang vom 10. Mai
Die Schwester von Hendricus Lamers schickte nun ein Foto

Der folgende Beitrag ist von Alfons Zimmer, Pastoralreferent der katholischen Kirche:

Dieses Foto schickte uns Alfons Zimmer

Dieses Foto schickte uns Alfons Zimmer im August

„Die Familie des 1942-1943 im
damaligen Strafgefängnis Bochum
inhaftierten Niederländers Hendricus
Gerardus Lamers wandte sich Anfang
des Jahres an die VVN-BdA Bochum
auf der Suche nach Informationen
über ihren Vater. Der Kontakt zur
Tochter Ceciel wurde über die
Gefängnisseelsorge gepflegt. Alte
Gefangenenakten konnten weder in
der JVA noch im Landesarchiv
gefunden werden.

Folgende Informationen erhielten wir von der Familie: Vater Hendricus wird als 17-Jähriger Büroangestellter aus Gennep, Niederlande, am 9. Juli 1942 festgenommen.
Verurteilt wird er vom Deutschen Obergericht in den besetzten niederländischen Gebieten in Den Haag. Die Anklage warf ihm vor, er habe entwertete Buttermarken gekauft und weiterverkauft. Damit verstieß er gegen die sog. Kriegswirtschaftsverordnung. Er habe lebenswichtigen Bedarf der Bevölkerung gefährdet. Das Urteil: 9 Monate Haft. Diese verbüßte er größtenteils in der
„Krümmede“. Entlassen wurde er mit 34,02 RM am 8. April 1943. Sein damaliges Passfoto zeigt sein noch kindliches Aussehen. Hendricus Lamers steht für die vielen Nacht-und Nebel-Gefangenen aus den von Hitler besetzten Ländern, die wegen kleinerer Verstöße lange Haftstrafen (auch in Bochum) verbüßten oder wegen Widerstandshandlungen die Todesstrafe erhielten.
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Die Linksfraktion bleibt dabei:
Ehrenbürgerschaft von Hindenburg aberkennen!

Juni 29, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Ehrenbürger, Faschismus, Militarismus, Stellungnahme Kommentare deaktiviert für Die Linksfraktion bleibt dabei:
Ehrenbürgerschaft von Hindenburg aberkennen!

Für Unmut und Unverständnis sorgt bei der Linksfraktion im Rat der Stadt Bochum der Umgang der Verwaltung mit einem Bürgerantrag, den die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) eingereicht hat.

Ralf-D. Lange, Fraktionsvorsitzender

Ralf-D. Lange, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei

Auf Initiative der VVN-BdA
hatten 500 UnterzeichnerInnen
gefordert, dass Paul von
Hindenburg die Bochumer
Ehrenbürgerschaft aberkannt
wird.

Zu den UnterzeichnerInnen
gehören die Bundestags-
abgeordneten Sevim
Dagdelen (DIE LINKE), Axel
Schäfer (SPD) und Frithjof
Schmidt (Die Grünen), die
Landtagsabgeordneten Simone
Brand (Piraten) und Serdar
Yüksel (SPD), sowie mehrere Bochumer Ratsmitglieder. Ebenso unterschrieben haben GewerkschafterInnen wie Frank Bsirske (Bundesvorsitzender ver.di), Rainer Einenkel (ehem. Betriebsratsvorsitzender Opel Bochum) und Jochen Marquardt (Geschäftsführer DGB Ruhr-Mark) sowie Felix Lipski (Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen).

Aber: Die Verwaltung will den Rat nicht über den Bürgerantrag abstimmen lassen. Begründung: Die Ehrenbürgerwürde sei mit dem Tod Hindenburgs sowieso erloschen. In einer Stellungnahme reagiert daraufhin der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Rat der Stadt Bochum, Ralf-D. Lange:
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Der Reader der Konferenz vom 18. April 2015
„8. Mai 1945: Befreiung – Was sonst!?“ liegt vor

Juni 24, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Befreiung, Broschüre, Faschismus, Konferenz Kommentare deaktiviert für Der Reader der Konferenz vom 18. April 2015
„8. Mai 1945: Befreiung – Was sonst!?“ liegt vor

Die Konferenz der nordrhein-westfälischen Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) und der Marx-Engels-Stiftung zum Thema „8. Mai 1945: Befreiung – Was sonst!? Zum bundesdeutschen Umgang mit den Tätern und Opfern des Naziregimes“ fand am 18. April 2015 in Düsseldorf, im
Bürgersaal des Bürgerhauses im Stadtteilzentrum Bilk, statt.

Falk Mikosch, Landessprecher der VVN-BdA NRW

Falk Mikosch, Landessprecher der VVN-BdA NRW

8. Mai 1945 – zumindest eines
nicht: keine „Stunde Null“.
Der Tag der Befreiung, auf den der
antifaschistische Widerstand
hingearbeitet, für den er
unsägliche Opfer gebracht hatte,
war von den herrschenden Eliten
natürlich nicht gewollt.

Überrascht hat er sie nicht. Sie
ließen diejenigen, die öffentlich
am „Endsieg“ zweifelten, in den
letzten Kriegsmonaten zwar zu
Zehntausenden ermorden,
bereiteten sich aber selbst
sorgfältig auf die „Zeit danach“ vor.

Die „soziale Marktwirtschaft“ im 1949 gegründeten Separatstaat BRD war ihr schon zu Nazi-Zeiten ausgetüfteltes Werk.
„Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb“ war ihre von
Adenauer geprägte Parole. Und war die Praxis, die den Umgang mit den Tätern (nicht nur) von einst und den Gegnern (nicht nur) von einst bestimmt hat. Davon handelte die Tagung an 18. April 2015 in Düsseldorf.
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Wer ermordete die Gefangenen aus Montenegro? Der Förderverein Steinwache erstattet Strafanzeige

Juni 23, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Faschismus, Recherche, Strafanzeige, Zwangsarbeit Kommentare deaktiviert für Wer ermordete die Gefangenen aus Montenegro? Der Förderverein Steinwache erstattet Strafanzeige

Wer ermordete über 100 Gefangene aus Montenegro in den letzten Kriegstagen?
Der Förderverein Steinwache/Internationales Rombergparkkomitee hat inzwischen Strafanzeige erstattet. Die Informationen basieren auf Uli Sanders neuem Buch „Der Iwan kam bis Lüdenscheid“

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache Dortmund

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache Dortmund

Der Faschist Albert Hoffmann,
Gauleiter Westfalen-Süd, hatte im Hotel Dresel in Hagen-
Rummenohl seit März 1945 seinen letzten Ausweichsitz eingerichtet. In dem zusammengeschrumpften
Ruhrkessel versuchte er,
möglichst viele ausländische
Zwangsarbeiter auszuschalten.
Es wurde bekannt, dass er, in
seiner Eigenschaft als
„Reichsverteidigungskommissar“,
kurz vor Eintreffen der US-
Truppen über 100 montenegrinische Gefangene aus der Nähe seines Dienstsitzes
abführen ließ. Von den Gefangenen haben vermutlich nur zehn überlebt.

Ob Hoffmann den Massenmord befahl, ist nicht erwiesen – Tatsache ist jedoch, dass sie nie wieder gesehen wurden. Der vermutliche Mord an den Montenegrinern hat den Förderverein Steinwache/Internationales Rombergparkkomitee veranlasst, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hagen zur Verfolgung „nationalsozialistischer“
Massenverbrechen zu erstatten.
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Die herrschende Rechtsmeinung?
Frankfurt streicht Hindenburg von der Ehrenbürgerliste

Juni 13, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Ehrenbürger, Faschismus, Militarismus Kommentare deaktiviert für Die herrschende Rechtsmeinung?
Frankfurt streicht Hindenburg von der Ehrenbürgerliste

Zu dem Antrag der VVN-BdA Bochum auf Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Hindenburgs durch den Rat der Stadt Bochum schrieb Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz in ihrem Antwortbrief:

Hitler und sein Steigbügelhalter von Hindenburg

Hitler und sein Steigbügelhalter von Hindenburg

„Nach herrschender
Rechtsmeinung besteht ein
Ehrenbürgerrecht nur zu
Lebzeiten und erlischt mit
dem Tod des Ausgezeichneten.
Eine formale Aberkennung der
Ehrenbürgerwürde ist nach dem
Tod daher nicht mehr möglich,
weil sie dann faktisch nicht mehr besteht.“
Sie verschweigt in dem Brief, ob
sie der Ansicht ist, dass Adolf
Hitler 1984, als der Bochumer Rat dessen Ehrenbürgerschaft
aberkannte, noch lebte.

Bemerkenswert ist ferner, dass ihr Parteifreund und OB-Kollege Peter Feldmann aus Frankfurt am Main, die nach Ansicht der Bochumer OB herrschende Rechtsmeinung nicht kennt.
Die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt am Main hat am 11. Juni 2015 die
Ehrenbürgerschaft Paul von Hindenburgs aberkannt. Oberbürgermeister Peter
Feldmann (SPD) hat die Entscheidung als „längst überfällig“ bezeichnet.

FAZ vom 13. Juni 2015:

Einspruch, Frau Oberbürgermeisterin!
Leserbrief von Wolfgang Dominik an die WAZ Bochum

Juni 12, 2015 Von: Siegfried Evers Kategorie: Faschismus, Geschichte, Leserbrief, Militarismus Kommentare deaktiviert für Einspruch, Frau Oberbürgermeisterin!
Leserbrief von Wolfgang Dominik an die WAZ Bochum

Wolfgang Dominik, stellvertretender Vorsitzender der VVN-BdA Bochum, hat, in einem Leserbrief vom 12. Juni 2015 an die Redaktion der WAZ Bochum, Stellung genommen zur Ablehnung der Aberkennung von Hindenburgs Ehrenbürgerschaft durch die Stadt Bochum. (Von der WAZ bis zum 3.7. nicht veröffentlicht!)

Wolfgang Dominik schreibt:

Betr. Lokalseite „Kompakt“: Hindenburg, 12.6.2015

Einspruch, Frau Scholz!
Falls Ihre Argumentation stimmt, müsste es doch zumindest eine juristische Grundlage geben. Die gibt es aber nicht. Andere Städte wie Berlin verleihen sogar nach dem Tode noch Ehrenbürgerschaften, z.B. Berlin 2002 an Marlene Dietrich. Ebenso erkennen andere Städte Ehrenbürgerschaften auch offiziell wieder ab, z.B. auch Bochum im Fall Adolf Hitler, der immerhin in Bochum bis 1984 (!) Ehrenbürger der Stadt war (seit April 1933). Der Rat der Stadt hat 1984 mit 2/3 Mehrheit Hitler die
Ehrenbürgerschaft aberkannt. Das war übrigens dann illegal, wenn doch gar nichts abzuerkennen war!

Wolfgang Dominik

Hindenburg – Ehrenbürgerschaft:
VVN-Antrag auf Aberkennung wurde abgelehnt

Juni 10, 2015 Von: Guenter Gleising Kategorie: Faschismus, Geschichte, Militarismus, Presseerklärung Kommentare deaktiviert für Hindenburg – Ehrenbürgerschaft:
VVN-Antrag auf Aberkennung wurde abgelehnt

Pressemitteilung der VVN-BdA Bochum

Symbol der VVN-BdA

Symbol der VVN-BdA

Der Antrag der Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und
Antifaschisten (VVN – BdA) mit der Forderung
zur Aberkennung der Bochumer Ehrenbürgerschaft von Paul von Hindenburg wird von
Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz abgelehnt.
Dies teilte Scholz der VVN in einem Brief mit. Eine
Aberkennung sei nicht möglich, weil „ein
Ehrenbürgerrecht nur zu Lebzeiten“ besteht, es
„erlischt nach dem Tod des Ausgezeichneten“, so
die Mitteilung der Verwaltung.

Die Oberbürgermeisterin beruft sich in ihrer
Argumentation auf eine „herrschende
Rechtsmeinung“, ohne diese zu erläutern. Aus Sicht der VVN ist dies unsachlich, weil nicht überprüfbar ist, worauf sich diese Rechtsmeinung gründet. In der Gemeindeordnung ist im § 34 das Recht auf die Verleihung des Ehrenbürgerrechts und Ehrenbezeichnung verankert. Dort ist auch geregelt, dass über die Verleihung oder Entziehung der Rat „mit einer Mehrheit von zwei Dritteln“ entscheidet. Dass das Ehrenbürgerrecht nach dem Tod erlischt, ist nicht festgelegt.

In vielen Auflistungen der Ehrenbürgerschaften div. Städte sind generell auch die verstorbenen Ehrenbürger aufgeführt. Manche Städte haben sogar
Ehrenbürgerschaften postum verliehen, z. B. Berlin 2002 an Marlene Dietrich. Die
Stadt Bochum hat im Jahr 2009 Erich Lenk (langjähriges Vorstandsmitglied des Einzelhandelsverbandes) postum den Ehrenring verliehen.
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