Gegen Wehrpflicht und alle Zwangsdienste!
Für den 5. März 2026 ruft die bundesweite Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zu einer zweiten Schulstreikwelle gegen die Wehrpflicht auf. Das Bochumer Schulstreikkomitee erklärt: »Die Schulstreiks richten sich gegen die von der Bundesregierung betriebenen Maßnahmen zur Vorbereitung einer flächendeckenden Wehrpflicht, aber auch gegen jeden weiteren Ausweitungs- und Umsetzungsschritt des bereits beschlossenen „Wehrdienstgesetzes“. Am 5. Dezember 2025 waren in mehr als 90 Städten insgesamt über 55.000 Jugendliche auf die Straße gegangen und hatten ihre Schulen bestreikt.
Dieser Protest richtete sich gegen das sogenannte „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“, welches trotz des breiten Widerstands am selben Tag vom Bundestag beschlossen wurde. Ab Mitte Januar flattern nun die Musterungsfragebögen der Bundeswehr bei den 18-Jährigen ein. Ab dem kommenden Jahr folgen die verpflichtenden Musterungen der 18-jährigen Männer. „Mit dem Wehrpflicht-Gesetz stellen sich Regierung, Bundestag, Bundeswehr und Rüstungslobby ganz offen gegen die Jugendlichen, die sich von Cottbus bis Köln, von Kiel bis München trotz Drohungen und Schikane gegen die Wehrpflicht gestellt haben“, so Hannes Kramer vom Schulstreikkomitee Göttingen. Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ hatte schon im Dezember schnell klargemacht, dass die Proteste mit dem Beschluss des Gesetzes im Bundestag nicht aufhören. Das hat sich bewahrheitet: Über 90 Streikkomitees vernetzen sich, organisieren Mitschüler:innen und rufen für den 05.03.2026 zu einem nächsten Streik auf. Als Teil der Mobilisierung sollen Proteste gegen Bundeswehrwerbung an Schulen verstärkt werden.
Die Proteste finden Unterstützung von Schüler:innenvertretungen wie der LSV NRW, Gewerkschaften, Lehrer:innen sowie Eltern. Zur Vorbereitung der nächsten Streiks kamen Schulstreikkomitees aus ganz Deutschland am 14. und 15. Februar in Göttingen zusammen, um die kommenden Schritte abzustimmen und voneinander zu lernen. Für die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ erklärt Dominik Chudaszek vom Schulstreikkomitee Bochum: „Die Ausgaben für Verteidigung gehen ins Unermessliche, während in Bereichen wie z. B. Bildung immer weiter gespart wird. Das zeigt sich auch im Alltag von uns Jugendlichen: Der Zustand vieler Schulen ist katastrophal. An unserer Schule fallen z. B. in den Toiletten die Zwischenwände zusammen.
Wir wollen ein besseres Bildungssystem statt Kriegstüchtigkeit! Wir wollen gehört werden! Deswegen gehen wir am 05.03. streiken!“ In Bochum startet der Streik um 9 Uhr vor dem Schauspielhaus.«
(Quelle: Friedensplenum Bochum)

